Erfreuliches gibt es von der Hamburger Szene zu berichten. Von Highway zum Beispiel, von den Rock ‘n’ Rollern “Dirty Dogs”, und von Caro, einem zarten Persönchen, das vor zwei Jahren noch in Gießen lebte, im Stadttheater mit Liedern von Melanie und Joan Baez auftrat.
Abends versuchte sie dann in die Kneipe “Domizil” zu kommen, wo ihr Vater im Nebenberuf als Banjo-Spieler und Stepptänzer auftrat. “Ich war aber zu jung und dürfte nicht hinein”
Dann kamen die Leinemänner in die Stadt. Caro sang mit Barry einen Blues und wusste fortan, wohin ihr Weg führt – nämlich nach Norden. In Hamburg verdiente sie ihre ersten Brötchen als Kellnerin im “Nacht Acht”, da, wo Udo Lindenberg gegen morgen seinen Schlummertrunk zu nehmen pflegte.

Vince Weber war es dann, der ihr Talent bemerkte und Caro (im Pass steht Jose Caro Tollenaar) unter seine Fittiche nahm. Mit der Gruppe “Pussy” sorgt Caro mit ihrer Bluesröhre für volle Kassen. Jetzt veröffentlichte sie ihre erste LP (“It’s Nothing But Higher”) und bereitet sich auf den ersten internationalen Test vor. Bei der Musikmesse MIDEM wird sie in Januar in Cannes vor Experten aus aller Welt singen.

Quelle: Musik Joker Nr. 25/77, s.d.

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